Zukunft dank Bildung: Elf neue Leseclubs an Kölner Schulen

Zukunft dank Bildung: Elf neue Leseclubs an Kölner Schulen

Köln, im Oktober 2013. Am 14.10.2013 richtet die Stiftung Ride for Reading mit Unter-stützung der Aktion „wir helfen“ des Kölner Stadtanzeigers elf neue Leseclubs an Kölner Schulen ein. Damit leisten beide Organisationen einen wichtigen Beitrag, um die Lesefähigkeiten von Kölner Kindern nachhaltig zu fördern. „Das von der Stiftung Lesen in Mainz entwickelte und betreute Leseclubkonzept ist eines der effektivsten Mittel, die es heute in Deutschland gibt, um bei Kindern Lesefreude und Lesemotivation zu er-zeugen“ sagt Oliver Gritz, Geschäftsführer der Stiftung Ride for Reading. Im Mittelpunkt der Leseclubs der Stiftung Lesen steht die spielerische Beschäftigung mit verschiedenen Lesemedien, ohne Leistungsdruck und in freizeitorientierter Atmosphäre. Ziel dieses Angebots ist es, Kindern und Jugendlichen, die normalerweise weniger gern lesen, Lesekompetenz und damit einen wichtigen Schlüssel zur Bildung zu vermitteln.

Von der Effektivität der Clubarbeit konnte sich Hedwig Neven DuMont im November 2012 überzeugen, als sie den Leseclub in der Katholischen Grundschule Heßhofstraße in Köln-Vingst besuchte. Hier wollen ausnahmslos alle der 250 Schüler, von den mehr als 70% einen Migrationshintergrund haben, beim Leseclub mitmachen. Neven Du-Mont war von dem Konzept begeistert und entschloss sich spontan dazu, die Leseclubs mit der Aktion „wir helfen“ massiv zu unterstützen.

Aber nicht nur bei Schulen und Schülern, auch in der Wirtschaft finden die Leseclubs immer größeren Anklang. Deshalb haben sich elf renommierte Kölner Unternehmen bereit erklärt, eine Patenschaft für jeweils einen der neuen Kölner Leseclubs zu über-nehmen: Mitarbeiter der Unternehmen lesen in regelmäßigen Abständen mit den Schülern, geben ihnen, sofern nötig, Nachhilfeunterricht und helfen bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz. Patenunternehmen der elf neuen Clubs sind: Sparkasse Köln-Bonn, Kaufhof, Barmer-GEK, Toyota, Mercedes, Kemmerling KG, das Radisson Blu und das Ameron Hotel Regent sowie die Rechtsanwaltskanzleien CMS Hasche Sigle, Luther und Wilde Beuger Solmecke. Die Patenschaft schließt kein finanzielles Engagement ein. Die Finanzierung der Clubs ist für die ersten drei Jahre vollständig über die Stiftungsgelder gesichert.

Jürgen Wirtz, General Manager des Radisson Blue Hotels in Köln sagt dazu: „Unsere Arbeitswelt wird laufend komplexer und selbst einfache Arbeitsplätze setzen heute eine gute Ausbildung voraus. Die Bevölkerungszahl in Deutschland nimmt ab, und es besteht die Gefahr, dass in den nächsten 5-10 Jahren nicht mehr alle Arbeitsplätze mit adäquat ausgebildeten Arbeitskräften besetzt werden können. Dies gefährdet unseren Wohlstand. Deshalb sind wir als Unternehmen aufgefordert, alles Mögliche zu tun um dieser Gefahr entgegenzutreten. Jedes Kind muss ungeachtet seiner Herkunft bestmögliche Ausbildungsmöglichkeiten erhalten. Leseförderung ist in diesem Zusammenhang eine ganz wichtige Maßnahme. Deshalb unterstützen wir das Leseclubmodell und freuen uns, die Patenschaft für einen Leseclub zu übernehmen.“

Zusätzlich zu den Unternehmen werden auch elf prominente Bürger Pate für jeweils einen der neuen Clubs. Als „Gallionsfigur“ sollen sie den Kindern als Beispiel dafür dienen, wie man sein Leben erfolgreich gestalten kann. Henning Krautmacher, der Ride for Reading seit 2009 unterstützt: „Egal auf welchem Feld du im Leben erfolgreich sein willst, ob im Sport, als Manager, Musiker oder Handwerker, zwei Dinge sind dabei immer wichtig: harte Arbeit und der Wille sowie die Fähigkeit zum Lernen. Und Lernfähigkeit beruht in erster Linie auf der Fähigkeit, gut lesen zu können. Deshalb setze ich mich selber so stark für die Leseförderung ein und bin meinen prominenten Kollegen so außerordentlich dankbar, dass sie uns bei unserem Engagement unterstützen.“ Patenschaften werden übernehmen: Janus Fröhlich und Peter Werner von den Höhnern, Peter und Stephan Brings, Bastian Kampmann von Kasalla, Purple Schulz, Joey Kelly, Matthias Scherz, Joachim Kròl, Stefan Knittler, Shary Reeves und Mara Bergmann.

In den Leseclubs können sich die Kinder spielerisch und ohne Leistungsdruck mit verschiedenen Lesemedien beschäftigen. Die Erstausstattung wird – abgestimmt auf die Bedürfnisse des jeweiligen Clubs – von der Stiftung Lesen zusammengestellt. Die Stiftung steht außerdem den Betreuern der Leseclubs beratend zur Seite und unter-stützt sie bei ihrer Arbeit. Sabine Uehlein, Geschäftsführerin Programme und Projekte der Stiftung Lesen, erläutert die Idee hinter den Leseclubs: „Je mehr Freude Kinder am Lesen entwickeln, desto besser können sie in der Regel später lesen. Lesefreude sollte daher so früh wie möglich geweckt werden und Leseförderung nicht nur auf den Schulunterricht beschränkt sein. Aus diesem Grund ist das Engagement von Ride for Rea-ding, wir helfen und allen anderen Partnern und Unterstützern für die Einrichtung neuer Leseclubs in Köln vorbildlich.“

 Die Einweihungsfeier für die elf Clubs findet statt am 14.10.2013 von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr in der Aula der Katholischen Grundschule Heßhofstraße in Köln Vingst, Heßhofstr. 45. Neben den Paten werden NRW Finanzminister Norbert Walter-Borjans, Hedwig Neven DuMont, Henning Krautmacher sowie Vertreter der Stiftung Lesen aus Mainz an der Einweihungsfeier teilnehmen. Die elf neuen Leseclubs werden an folgen-den Schulen eingerichtet: Grundschule Kopernikusstraße, Grundschule Overbeckstra-ße, James-Krüss-Grundschule, Heinzelmännchenschule, Wilhelm-Leyendecker-Schule, Förderschule Zülpicher Straße, Förderschule auf dem Sandberg, Heinrich-Schieffer-Hauptschule, Realschule am Rhein, Geschwister-Scholl-Realschule und eine noch nicht benannte Schule.

Die Stiftung Ride for Reading wurde 2008 gegründet, um durch die Ausrichtung von Sportveranstaltungen Spendengelder für die Lern- und Leseförderung sozial benachteiligter Kinder zu sammeln. Seit 2009 hat Ride for Reading 27 Leseclubs der Stiftung Lesen im Köln-Bonner Raum eingerichtet. Veranstaltungen von Ride for Reading sind unter anderem der Kölner Leselauf, der am 3. Juni 2014 zum vierten Mal ausgetragen wird, sowie eine jährlich stattfindende Wohltätigkeitsfahrradtour, die 2014 in den NRW-Sommerferien vom 6.7. bis 17.8. durch die USA von Seattle bis New York führt.

 „wir helfen“: Seit 1994 haben die Leserinnen und Leser des „Kölner Stadt-Anzeiger“ rund 20 Millionen Euro für „wir helfen“ gespendet. Ein großer Teil der Spenden kam durch die jährlich wechselnden Aktionen zusammen, mit denen „wir helfen“ jeweils auf eine bestimmte Notlage von Kindern und Jugendlichen aufmerksam machen will. Seit 2001 gibt es „wir helfen“ auch als Projekt der Mitteldeutschen Zeitung in Halle. Mit der Aktion 2012/2013 „wir helfen – weil Lernen jedem Kind eine Chance gibt“ werden Projekte unterstützt, die sich in besonderer Weise mit dem Thema Bildung befassen. „Bildung ist der Grundstein für unser ganzes Leben. Bildung prägt unser ganzes Leben und ohne Bildung stehen wir im Abseits“ sagt Hedwig Neven DuMont, Vorsitzende der Aktion.

Die Stiftung Lesen ist anerkannter, kompetenter und unabhängiger Partner und An-walt für das Lesen. Sie fördert Lesekompetenz und Zugänge zum Lesen für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen in allen Medien. Als operative Stiftung führt sie in enger Zusammenarbeit mit Partnern – Bundes- und Landesministerien, wissenschaftlichen Einrichtungen, Stiftungen, Verbänden und Unternehmen – Forschungs- und Modellprojekte sowie breitenwirksame Programme durch. Zu ihren herausragenden Initiativen zählen der jährliche „Bundesweite Vorlesetag“, der „Welttag des Buches“ und „Lesestart – Drei Meilensteine für das Lesen“, ein bundesweites frühkindliches Leseförderprogramm, das vom Bundesbildungsministerium finanziert wird. Zahlreiche Prominente unterstützen die Stiftung als Lesebotschafter. Die Stiftung Lesen wurde 1988 gegründet und steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten.

Leseclubs sind zumeist an Schulen angesiedelt. Sie bestehen aus einem festen Raum und werden nach einem Konzept der Stiftung Lesen in Mainz mit Mobiliar, Büchern, einem PC und anderen Medien ausgestattet. In den Clubs werden ganzjährig regel-mäßige gruppenorientierte Leseförderungsangebote durch pädagogisch geschultes Personal bzw. Lehrkräfte angeboten. Das Personal wird in speziellen Seminaren der Stiftung Lesen laufend mit den modernsten Methoden der Leseförderung vertraut gemacht. Die Leseclubs sind in einem Netzwerk zusammengeschlossen, in dem sie sich austauschen und fortbilden. Unternehmen und prominente Bürger übernehmen zudem Patenschaften.